AQUAKULTUR

Sauerstoffgeneratoren für die Aquakultur: von der Futtermenge zur Baugröße

OXYBERG®-Sauerstoffgeneratoren trennen Sauerstoff aus Druckluft an Ihrem Standort und versorgen Kreislauf- und Durchflussanlagen. Die Auslegung beginnt bei Ihrer Tagesfuttermenge, läuft über den Wirkungsgrad Ihres Eintragsgeräts und endet bei einer Baugröße. In manchen Betrieben bleibt Flüssigsauerstoff die bessere Antwort, und der Vergleich weiter unten sagt, in welchen.

90 % bis 95 %Sauerstoffreinheit über die OXYBERG®-Baureihe
2,1 bis 197,4 Nm³/hSauerstoffleistung über die Baureihe, bei 90 %
0,3 bis 1,0 kg O₂Je kg Futter, Kennwert aus der Fachliteratur zu Kreislaufanlagen
PED 2014/68/EUKonformitätsbewertet, benannte Stelle NB 2912
Tagesfuttermenge senden und Auslegung erhalten
ROI in 2 bis 3 JahrenGegenüber laufender Flüssigsauerstoff-Versorgung
StandardersatzteileFreier Markt, kein Lock-in
Bis 5 Jahre Garantie3 Jahre, 5 mit Servicevertrag
Weltweiter ServiceDirekte Linie nach Deutschland

Wo Sauerstoffgeneratoren in der Aquakultur eingesetzt werden

Sauerstoff wird überall zugeführt, wo Bestand in einer Dichte gehalten wird, die Umgebungsluft nicht mehr trägt. Dazu gehören Kreislaufanlagen, Durchflussanlagen und Becken, die Landbasis eines Netzgehege-Standorts, Brüterei und Larvenaufzucht, Elterntierhaltung, Aufzucht und Mast sowie die Arbeitsstunden rund um Sortieren, Abfischen und Lebendtransport. Gemeinsam ist diesen Fällen nicht die Art und nicht die Beckenform. Gemeinsam ist ihnen, dass Bestand, Futter und Biofilter mehr Sauerstoff zehren, als das Wasser halten kann.

Drei Situationen entscheiden über die Baugröße des Generators. Die erste ist die wärmste Woche des Jahres. Die zweite ist die Stunde nach dem Füttern, in der die ganze Anlage gleichzeitig stark zieht. Die dritte ist der Dauerbetrieb an der oberen Grenze der Besatzdichte, die Sie fahren wollen.

Alle drei treffen meist zusammen ein, und genau das macht den Auslegungsfall: der Bedarf steigt in dem Moment, in dem das Wasser weniger halten kann. Die Zahlen dazu stehen im nächsten Abschnitt.

Der Generator selbst ist der kleinere Teil der Geschichte. Druckluft strömt über ein Zeolith-Molekularsieb, das Stickstoff zurückhält, zwei Behälter wechseln zwischen Adsorption und Regeneration, und am Ausgang steht Sauerstoff in der Reinheit, die Sie einstellen. Die vollständige Verfahrensbeschreibung finden Sie auf der Seite zum PSA Sauerstoffgenerator. Wichtiger als das Verfahren ist die Folge daraus: der Generator liefert Gas, und alles, was darüber entscheidet, wie viel davon in Ihrem Wasser ankommt, liegt zwischen Generator und Becken.

Fischzuchtbecken mit Sauerstoffeintrag aus eigener Erzeugung

Welchen gelösten Sauerstoff Ihr Bestand braucht

Geführt wird der gelöste Sauerstoff im Becken, nicht die Reinheit am Generator. Zwischen dem Wert, der Fische am Leben hält, und dem, bei dem sie fressen und gut wachsen, liegt gut der Faktor drei: bei der Forelle 2,5 mg/l gegen 8,0 mg/l. Das untere Ende hält Fische am Leben. Am oberen Ende entstehen Wachstumsrate und Besatzdichte.

Die veröffentlichten Schwellen unterscheiden sich nach Art, und die beiden am genauesten dokumentierten liegen weit auseinander.

SchwelleForelleWolfsbarsch
Sterblichkeit steigt (Resistenzpunkt)2,5 bis 3,0 mg/l1,0 bis 2,0 mg/l
Wachstum geht zurück (physiologische Abhängigkeitsschwelle)5,0 bis 5,5 mg/l3,0 bis 4,0 mg/l
Volle Futteraufnahme braucht (Setzlinge)8,0 mg/lnicht angegeben

Salmoniden stellen das Schwimmen unter 2 bis 5 ppm ein, Tilapia und Karpfen funktionieren noch bei 1 bis 2 ppm. Garnelen brauchen für Wachstum mindestens 2 ppm, 1,2 ppm ist der kritisch letale Bereich. Für akzeptables Wachstum nennt die Fachliteratur artabhängig 5 mg/l oder mehr, und in der Praxis fahren Warmwasser-Kreislaufanlagen 5 bis 6 ppm, während Kaltwasseranlagen über 8 ppm gehalten werden können.

Die Obergrenze bewegt sich in die andere Richtung. Luft bringt das Wasser nur bis zur Sättigung, und die Sättigung sinkt, je wärmer das Wasser wird und je höher der Salzgehalt liegt.

BedingungGelöster Sauerstoff bei Luftsättigung
Süßwasser, 0 °C14,602 mg/l
Süßwasser, 20 °C9,08 mg/l
Süßwasser, 30 °C7,54 mg/l
Süßwasser, 40 °C6,323 mg/l
Süßwasser in der Salzgehaltsreihe, 0 ‰7,6 mg/l
27 ‰ Salzgehalt6,8 mg/l
Meerwasser, 35 ‰6,4 mg/l

Zwischen 0 °C und 30 °C halbiert sich die Löslichkeit nahezu. Für einen Süßwasserbetrieb zählen die Temperaturzeilen; die Salzgehaltsreihe darunter betrifft Meerwasser- und Brackwasserstandorte. In der Salzgehaltsreihe laufen die Werte von 7,6 mg/l im Süßwasser über 6,8 bei 27 ‰ auf 6,4 im Meerwasser, Meerwasser mit 35 ‰ hält also rund 16 % weniger als Süßwasser gleicher Temperatur. Meerwasseranlagen und die Lachszucht arbeiten deshalb mit weniger Reserve als eine Süßwasseranlage bei gleicher Besatzdichte. Darum wird reiner Sauerstoff überhaupt eingesetzt: mehr Luft kommt nicht über die Sättigung hinaus, während Sauerstoff mit 90 % den Partialdruck in der Blase und damit das Treibgefälle ins Wasser erhöht. Ausführlicher ist der Mechanismus bei den Sauerstoffgeneratoren für die Abwasserbehandlung beschrieben.

Lesen Sie die beiden Tabellen gegeneinander, dann zeigt sich der Auslegungsfall von selbst. Ihr Auslegungsfall ist die wärmste Woche des Jahres, nicht der Jahresmittelwert.

Von der Tagesfuttermenge zum Sauerstoffbedarf

Ihre Futtermenge ist der beste Ausgangspunkt für die Auslegung, weil sie die eine Zahl ist, die der Betrieb bereits aufs Kilo führt. Futterkosten und Wachstumsrechnung hängen daran, also ist sie genau, aktuell, und niemand muss sie schätzen. Der Sauerstoffbedarf in Nm³/h ist dagegen die Zahl, die kaum ein Betrieb kennt, und beide hängen eng genug zusammen, um die Lücke zu schließen.

AnlagentypSauerstoff je kg FutterWas den Unterschied macht
Nicht getauchter Biofilter mit schneller Feststoffabtrennungab 0,3 kg O₂ je kg FutterFeststoffe verlassen den Kreislauf, bevor sie darin abgebaut werden
Getauchter Biofilter mit Feststoffrückhaltbis 1,0 kg O₂ je kg FutterFeststoffe bleiben im System und zehren weiter Sauerstoff
Faustregel für gut ausgelegte Anlagenrund 50 % der FuttermengeBrauchbar, solange die Anlagendetails nicht vorliegen

Das sind Auslegungswerte aus der Aquakultur-Fachliteratur, keine von Berg GaseTech an Ihrer Anlage gemessenen Werte, und zwischen den beiden Enden liegt mehr als der Faktor drei. An welchem Ende Sie stehen, entscheiden Ihr Biofilter und Ihre Feststoffbehandlung, nicht der Generator.

Die Spitze zählt so viel wie der Tageswert. Bei hoher Last muss die Sauerstoffversorgung in der Spitzenfütterung den gesamten Sauerstoffinhalt der Anlage alle 20 bis 30 Minuten ersetzen können. Lufthebeanlagen decken bei einer vollen Besatzdichte von 60 kg/m³ nach der Auslegungsliteratur nur etwa die Hälfte des Bedarfs. Das ist der praktische Grund, warum reiner Sauerstoff am oberen Ende der Dichte ins Spiel kommt und nicht am unteren.

Was dabei herauskommt, ist ein Tagesmittel, kein Spitzenwert. Die Spitze folgt aus Ihrem eigenen Fütterungsmuster und Ihrer Wassertemperatur, und ein belegter Faktor dafür existiert nicht. Spitzenabdeckung und Reserve gehören in die Auslegung des Gesamtsystems, mit der Futtermengen-Rechnung als Ausgangspunkt.

Wie viel Sauerstoff tatsächlich im Wasser ankommt

Der Generator liefert Gas, verbraucht wird gelöster Sauerstoff. Alles dazwischen ist das Eintragsgerät, und es verändert die nötige Baugröße stärker als jede andere Entscheidung auf dieser Liste.

EintragsartAbsorptionswirkungsgrad
Flachplattendiffusor im Beckennicht über 40 %
Richtig ausgelegte Sauerstoff-Eintragseinrichtungüber 90 %
Abwärts durchströmter Blasenkontaktornahezu 100 %
Sauerstoffkegel (Speece Cone), Herstellerangaben laut Patentliteraturetwa 95 bis 100 %

Zwischen 40 % und nahezu 100 % liegt mehr als der Faktor zwei. Wer hier falsch spart, kauft für dasselbe gelöste Ergebnis die doppelte Menge Sauerstoff, unabhängig davon, woher er kommt. Gegen diesen Faktor ist der Unterschied zwischen 90 % und 95 % Reinheit am Generator eine kleine Größe. Sauerstoffkegel und druckbeaufschlagte Füllkörpersäule sind die üblichen Druckeintragsgeräte, und wo nur geringe Förderhöhe verfügbar ist, gibt es Low-Head-Systeme mit Kaskadenblechen.

Luft gehört nicht in ein Drucksystem. Atmosphärische Luft darf nicht in ein U-Rohr oder eine druckbeaufschlagte Füllkörpersäule eingeblasen werden, weil der darin enthaltene Stickstoff zur Übersättigung führt und die Gasblasenkrankheit auslöst. Dasselbe Risiko entsteht, wenn Luft tiefer als rund 1,5 m eingetragen wird, weil der Gesamtgasdruck dort weit genug steigt. Reiner Sauerstoff bringt keinen Stickstoff mit, den er in Lösung drücken müsste, und das ist ein Argument dafür, das nichts mit Kosten zu tun hat. Beckenwerte werden deshalb in der Praxis unter der Sättigung gehalten, was auch teuren Sauerstoff aus der Atmosphäre fernhält.

Sauerstoff entfernt kein CO₂. Ein reines Sauerstoffsystem überträgt Sauerstoff gut und Kohlendioxid gar nicht, deshalb braucht es in der Kreislaufanlage eine CO₂-Entgasung in vergleichbarer Größe daneben. In der Durchflussanlage verlässt das Wasser das System, bevor sich Kohlendioxid anreichert, dort stellt sich die Anforderung nicht. In beiden Fällen verändert das den Projektumfang und gehört deshalb ins Auslegungsgespräch. Haben Sie einen Anlagenbauer, kommen Eintrags- und Entgasungstechnik von ihm und die Sauerstoffquelle von Berg GaseTech, deren Größe an beidem hängt. Haben Sie keinen, sagen Sie es dazu: Der Eintragswirkungsgrad ist ein Eingangswert der Auslegung, und die Rechnung lässt sich für mehrere Varianten durchspielen, bevor Sie sich auf ein Eintragsgerät festlegen.

In vier Schritten zur Baugröße

Aus dem Bedarf der letzten zwei Abschnitte wird in vier Schritten eine Baugröße. Jedes Zwischenergebnis können Sie mit Ihren eigenen Werten nachrechnen.

1

Tagesfuttermenge und Anlagentyp

Multiplizieren Sie Ihre Tagesfuttermenge mit dem Kennwert für Ihren Anlagentyp aus der Tabelle oben. Das Ergebnis sind Kilogramm Sauerstoff am Tag. Das ist der Gesamtbedarf Ihrer Anlage und nicht der Teil, den ein Generator decken muss: Was Ihre vorhandene Belüftung bereits einträgt, geht zuerst davon ab. Der Lufthebe-Kennwert aus dem Abschnitt oben, etwa die Hälfte des Bedarfs bei voller Besatzdichte, gibt die Größenordnung; wie viel es bei Ihrer Dichte und Ihrer Technik ist, hängt an Ihrer Anlage. Wer heute über Gebläse und Lufteintrag fährt, legt den Generator deshalb auf die Differenz aus und nicht auf den Gesamtbedarf.

2

Eintragswirkungsgrad einrechnen

Teilen Sie diesen Bedarf durch den Absorptionswirkungsgrad Ihres Eintragsgeräts. Das ist die Menge, die der Generator liefern muss, im Unterschied zu der, die der Bestand verbraucht.

3

In Nm³/h umrechnen

Ein Normkubikmeter ist auf 0 °C und 1013,25 mbar bezogen, dort wiegt Sauerstoff 1,429 kg je Nm³. Kilogramm am Tag geteilt durch 1,429 und dann durch 24 ergibt den Stundenwert im Tagesmittel. Behandeln Sie das Ergebnis als Richtwert für eine erste Einschätzung, nicht als Spezifikation.

4

Druckluft und Standort prüfen

Der Druckluftbedarf ist das Elffache des Sauerstoffvolumens. Eingangsdruck 7 bar(g), Druckluftqualität ISO 8573-1:2010 Klasse 1.4.1, Umgebungstemperatur +5 °C bis +40 °C, Schallpegel 55 bis 78 dB(A), Betriebsdruck 10 bar. Die vollständigen Standortanforderungen stehen in der Übersicht der Sauerstoffgeneratoren.

Rechenbeispiel, Richtwerte. Ein Fischzuchtbetrieb mit 500 kg Futter am Tag:

SchrittErgebnis
Sauerstoffbedarf bei 0,3 bis 1,0 kg O₂ je kg Futter150 bis 500 kg O₂ am Tag
Umgerechnet mit 1,429 kg je Nm³105 bis 350 Nm³ am Tag, also 4,4 bis 14,6 Nm³/h im Tagesmittel
Nötige Generatorleistung bei 90 % Eintragswirkungsgrad4,9 bis 16,2 Nm³/h, zwischen OXYBERG® 700 und OXYBERG® 1200
Nötige Generatorleistung mit Flachplattendiffusoren bei 40 %10,9 bis 36,4 Nm³/h, OXYBERG® 1100 bis 1500 für denselben Betrieb

Derselbe Betrieb, derselbe Bestand, dieselbe Futtermenge, und allein das Eintragsgerät verschiebt die Maschine um mehrere Baugrößen. Das ist die Rechnung, die sich vor allen anderen lohnt.

Das Beispiel rechnet ohne vorhandene Belüftung, der Generator trägt hier also den gesamten Bedarf. Tragen bei Ihnen Gebläse oder eine Lufthebeanlage bereits Sauerstoff ein, ziehen Sie diesen Anteil nach Schritt 1 ab, dann fällt die Baugröße entsprechend kleiner aus. Für einen preisempfindlichen Betrieb ist die zu groß gekaufte Maschine der teuerste Fehler, den es hier gibt.

Das sind Tagesmittelwerte aus veröffentlichten Auslegungswerten und dem OXYBERG®-Datenblatt. Sie sind kein Angebot und kein Spitzenwert. Spitze, Regelkonzept und Reserve werden in der Auslegung des Gesamtsystems festgelegt.

Wir legen den Generator aus Ihrer Futtermenge aus

Senden Sie Tagesfuttermenge, Temperaturband und Anlagentyp. Nennen Sie Ihr Eintragsgerät, wenn eines steht, oder sagen Sie, dass Sie heute über Gebläse und Lufteintrag fahren. Das Engineering liefert die Auslegung zurück.

OXYBERG®-Sauerstoffgeneratoren für Kreislauf- und Durchflussanlagen

Nehmen Sie den Nm³/h-Wert aus Schritt 3 und legen Sie ihn an die Baureihe an. Die Tabelle zeigt die Stufen der Reihe bei den drei Reinheiten, die in der Aquakultur am häufigsten angefragt werden, dazu den Druckluftbedarf bei 90 %.

ModellO₂ bei 90 %O₂ bei 93 %O₂ bei 95 %Druckluft bei 90 %
OXYBERG® 5002,1 Nm³/h1,7 Nm³/h1,5 Nm³/h23,1 Nm³/h
OXYBERG® 7004,9 Nm³/h4,2 Nm³/h3,8 Nm³/h53,9 Nm³/h
OXYBERG® 9009,2 Nm³/h8,2 Nm³/h7,3 Nm³/h101,2 Nm³/h
OXYBERG® 110013,8 Nm³/h12,8 Nm³/h12,1 Nm³/h151,8 Nm³/h
OXYBERG® 120018,9 Nm³/h17,4 Nm³/h15,9 Nm³/h207,9 Nm³/h
OXYBERG® 140033,8 Nm³/h31,4 Nm³/h28,8 Nm³/h371,8 Nm³/h
OXYBERG® 150044,6 Nm³/h41,6 Nm³/h39,1 Nm³/h490,6 Nm³/h
OXYBERG® 170065,8 Nm³/h62,1 Nm³/h59,8 Nm³/h723,8 Nm³/h
OXYBERG® 2000131,6 Nm³/h124,2 Nm³/h119,6 Nm³/h1.447,6 Nm³/h
OXYBERG® 4000197,4 Nm³/h186,3 Nm³/h179,4 Nm³/h2.171,4 Nm³/h

Die Baureihe umfasst 18 Baugrößen von 500 bis 4000. Die Tabelle zeigt eine Auswahl daraus, zwischen den gezeigten Zeilen liegen weitere Baugrößen, deren Werte mit der Auslegung kommen.

In der Aquakultur ist das untere Ende des Reinheitsbands meist die bessere Wahl, und das läuft dem Reflex entgegen, mehr zu bestellen. Das Wasser unterscheidet 90 % und 95 % nicht, weil der Partialdruck in beiden Fällen weit über dem der Luft liegt. Was sich ändert, ist die Ausbeute derselben Maschine: eine OXYBERG® 500 liefert bei 90 % 2,1 Nm³/h gegenüber 1,5 Nm³/h bei 95 %, also 40 % mehr, und eine OXYBERG® 1500 liefert 44,6 statt 39,1 Nm³/h, also 14 % mehr. Höhere Reinheit kostet hier Ausbeute, nicht Druckluft. Kleinere Betriebe bekommen denselben Generator als fertige Anlage.

Flüssigsauerstoff oder eigener Sauerstoffgenerator

Für die meisten Betriebe lautet die Frage nicht, ob Gas eingesetzt wird. Sie lautet, ob das Gas per Tankwagen kommt oder am Standort entsteht. Beide Antworten sind vertretbar, und welche günstiger ist, hängt an Ihrem eigenen Lastverlauf und nicht an einem allgemeinen Argument.

Flüssigsauerstoff aus TankbelieferungEigener PSA-Generator
ReinheitBis 99,9 %, eine der reinsten verfügbaren Quellen90 % bis 95 % über die OXYBERG®-Baureihe, und oberhalb von 90 % sieht das Wasser keinen Unterschied
StrombedarfKeiner, der Tank braucht keinen StromErforderlich, Hauptverbraucher ist der Kompressor
RegelungVollständig über den eigenen BehälterdruckGeneratorsteuerung mit Sauerstoffbehälter
WartungPraktisch wartungsfrei, einmal einstellen und laufen lassenPlanmäßiger Service, Verschleißteile als Standardbauteile vom freien Markt
Abhängigkeit von LieferterminenDer Nachfülltakt gehört dem LieferantenKein Nachfülltakt
Stark saisonaler BedarfHäufig die wirtschaftlichere WahlEine auf den Sommer ausgelegte Maschine steht den Rest des Jahres zu groß da
Lagerung am BetriebGrößere vorgehaltene Menge reinen Sauerstoffs, bei der Aufstellung des Tanks als Brandlast zu berücksichtigenErzeugung nahe am Verbrauchsort, weniger vorgehaltenes Gas
Kosten über die JahreWesentlich bestimmt von der Entfernung zum nächsten LieferwerkTypische Amortisation zwei bis drei Jahre, gerechnet gegen eine laufende Flüssigsauerstoff-Versorgung
Backup-FähigkeitKann einen Generator bei Stromausfall oder Leistungsverlust automatisch stützenReservestrategie wird mit der Auslegung des Gesamtsystems festgelegt

Was für den Tank spricht, ist echt und gehört klar benannt. Er braucht keinen Stromanschluss, er regelt sich selbst, und er ist so wartungsfrei, wie eine Gasversorgung werden kann. Bei stark saisonalem Betrieb ist er häufig die günstigere Antwort, weil der Sommerverbrauch mehr als doppelt so hoch liegen kann wie der Winterverbrauch und eine darauf gebaute Maschine den Rest des Jahres ungenutzte Kapazität ist.

Was der Tank nicht lösen kann, ist die Entfernung. Die Verflüssigung ist schon für sich ein teurer Prozess, und die Wirtschaftlichkeit einer Lieferversorgung wird wesentlich davon bestimmt, wie weit der Standort vom nächsten Lieferwerk entfernt liegt, eine Größe, die kein Betreiber beeinflusst. Nachfüllungen laufen in einem Takt, der dem Lieferanten gehört, Preise werden jährlich angepasst, ohne viel Verhandlungshebel, und aus langen Tankverträgen kommt man schwer heraus.

Der Generator hat seinen eigenen ehrlichen Nachteil. PSA verdichtet auf rund 7 bis 8 bar, während die Vakuum-Wechseladsorption (VSA) mit deutlich niedrigerem Druck arbeitet und für dieselbe Sauerstoffmenge weniger Strom braucht. Berg baut PSA, dieser Unterschied gehört also auf den Tisch, bevor Sie Betriebskosten vergleichen. Dagegen stehen eine Amortisation von zwei bis drei Jahren, Verschleißteile, die Sie überall kaufen können, und Liefertermine, die kein anderer setzt.

Diese Spanne gilt für Betriebe, die ihren Sauerstoff heute laufend als Flüssigsauerstoff beziehen. Wer über Gebläse und Lufteintrag fährt und nur in den warmen Wochen zukauft, ersetzt mit einem Generator keine Jahresrechnung, sondern den Zukauf. Die Amortisation folgt dann allein aus dieser Zukaufmenge und fällt anders aus, in der Regel später. Rechnen Sie deshalb mit dem, was Sie in den letzten beiden Sommern tatsächlich gekauft haben, und nicht mit der Spanne oben.

Als Entscheidungsregel: gleichmäßiger Tagesbedarf spricht für die eigene Erzeugung, stark saisonaler Bedarf für den Tank, und eine Kombination aus beidem ist der Normalfall und kein Widerspruch. Im kombinierten Fall deckt der Generator die Grundlast, die über das Jahr gleichmäßig anfällt, und der vorhandene Tank die saisonale Spitze. Ausgelegt wird der Generator dann nicht auf die wärmste Woche, sondern auf die Menge, die Sie ohnehin ganzjährig brauchen, der Zukauf schrumpft auf die Spitzen, und derselbe Tank stützt den Generator bei Stromausfall oder Leistungsverlust automatisch. Welche Aufteilung sich rechnet, hängt an Ihrer Zukaufmenge und daran, was Ihr Lieferant bei kleinerem Abnahmevolumen verlangt. Dieselbe Rechnung von der anderen Seite steht unter wann ein Miettank aufhört, die günstigere Antwort zu sein.

Sauerstoff für Brüterei und Elterntierhaltung

In Brüterei, Erbrütung und Elterntierhaltung sind die Mengen klein und der Bedarf läuft gleichmäßig, das ist ein anderer Auslegungsfall als Aufzucht und Mast. Die kleinste Baugröße der Reihe liefert bei 90 % 2,1 Nm³/h, und für OXYBERG® 500 bis 900 gibt es Plug-and-Play-Konfigurationen. Ein kleiner Betrieb braucht also kein Projekt, um zu einer funktionierenden Sauerstoffversorgung zu kommen. Oberhalb der Baugröße 900 wird die Anlage für Ihren Standort ausgelegt, und die Arbeitsteilung bleibt dieselbe: Sie bringen Futtermenge, Temperaturband und Anlagentyp, das Engineering bringt Baugröße, Druckluftbedarf und Standortanforderungen.

Was in diesem Teil des Betriebs zählt, ist ein gleichmäßiger Sollwert und kein hoher. Frühe Lebensstadien sind der Bestand, der am empfindlichsten auf Übersättigung reagiert, deshalb gelten die oben beschriebenen Grenzen zum Eintrag hier mit dem geringsten Spielraum.

Sortieren und Probenahme sind geplante Belastungsspitzen in jedem Brütereikalender. Sie sind kurz, sie stehen im Plan, und sie brauchen Sauerstoff am Tag selbst und nicht zum Liefertermin. Genau darauf ist auch die Bio-Verordnung geschrieben, das ist das Thema des nächsten Abschnitts.

Zwei OXYBERG-Sauerstoffgeneratoren in verschiedenen Baugrößen

Sauerstoff im Bio-Betrieb nach EU-Verordnung

Die zertifizierte Bio-Aquakultur in der EU begrenzt den Einsatz von Sauerstoff eng, und das lohnt sich vor einer Investition zu prüfen und nicht danach. Die Verordnung (EU) 2018/848, Anhang II, Teil III, Nr. 3.1.6.5 lässt Sauerstoff nur zu, „wenn die Gesundheit und der Schutz der Tiere sowie kritische Phasen der Produktion oder des Transports dies erfordern”, und dann nur in drei Fällen: „a) bei außergewöhnlichem Temperaturänderungen, Druckabfall oder versehentlicher Verschmutzung des Wassers; b) bei vereinzelten Bewirtschaftungsverfahren wie Probenahmen und Sortieren; c) um das Überleben des Bestands sicherzustellen.” Nr. 3.1.6.4 desselben Anhangs erlaubt eine Belüftung der Anlagen „im Interesse des Tierschutzes und der Tiergesundheit” und ergänzt, dass mechanische Belüftungsgeräte „vorzugsweise mit erneuerbaren Energien betrieben” werden.

Die praktische Folge ist eindeutig. Im zertifizierten Bio-Betrieb steht die dauerhafte Sauerstoffzufuhr zur Erhöhung der Besatzdichte nicht als Option zur Verfügung.

Die drei zulässigen Fälle zeigen aber in eine Richtung. Ein Temperaturereignis, ein Sortier- oder Probenahmetag und eine Lage, in der der Bestand am Leben gehalten werden muss, haben eine Eigenschaft gemeinsam: der Sauerstoff muss kurzfristig da sein. Für kurzfristige Verfügbarkeit ist die Erzeugung am Standort strukturell besser geeignet als eine Lieferung mit Liefertermin, und das, nicht die Besatzdichte, ist das Bio-Argument für die eigene Erzeugung.

Wer die Anlage baut und wer sie am Laufen hält

Aquakulturbetriebe liegen selten in der Nähe von irgendetwas. Wer auftaucht, wenn die Anlage steht, ist deshalb ein größerer Teil dieser Entscheidung als in einem Industriegebiet.

Made in Germany

Der Generator wird in Deutschland entwickelt und gefertigt, auf einem Preisniveau, das international besteht. Das Unternehmen, das ihn entwickelt hat, geht auch ans Telefon: +49 2151 568 9550.

Standardersatzteile

Siebmaterial, Ventile und Filter sind Standardbauteile und auf dem freien Markt zu haben. Eine Brüterei oder ein Mastbetrieb behält seine Sauerstoffversorgung Jahrzehnte, und über diese Zeit sind Standardteile der Unterschied zwischen einem Servicebudget, das Sie steuern, und einem, das Ihr Lieferant festlegt.

Service weltweit

Sie erreichen in den meisten Märkten einen Ansprechpartner vor Ort, mit direkter Linie nach Deutschland. Dieselbe Entfernung, die gelieferten Flüssigsauerstoff teuer macht, muss der Service überbrücken, und an einem abgelegenen Standort entscheidet das Netz deshalb mehr als im Industriegebiet.

Garantie und Engineering-Zugang

Die Garantie läuft drei Jahre, mit Servicevertrag fünf. Sie bringen Futtermenge, Temperaturband und Anlagentyp, das Engineering bringt die Baugröße, und Sie sprechen mit Ingenieuren statt mit einem Callcenter.

Auch unter Ihrer eigenen Marke

Die Anlagen sind mit Ihrer RAL-Farbe, Ihrem Logo, Handbuch und HMI lieferbar.

FAQ: Sauerstoffgeneratoren in der Aquakultur

Sie bekommen Baugröße, Druckluftbedarf und Standortanforderungen zurück

Senden Sie uns Ihre Tagesfuttermenge, Ihr Temperaturband und Ihren Anlagentyp. Nennen Sie Ihr Eintragsgerät, wenn eines steht, oder sagen Sie, dass Sie heute über Gebläse belüften. Das Engineering übernimmt die Auslegung.

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